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Kemper-Azubis sind wirklich gut

Gut lachen hat das Unternehmen Kemper in Nortrup: In seiner Mechatroniker-Lehrwerkstatt entstehen sogar Maschinen, die in der Produktion eingesetzt werden, erläuterte Azubi Rüdiger Bischalski (vorn) den Besuchern.

 
Auf dem Unternehmertag des Nordkreises im Mai wurde die Kemper GmbH in Nortrup als „Ausbilder des Jahres 2011“ ausgezeichnet. An Ort und Stelle machte sich nun eine Besuchergruppe kundig und stellte fest:
Die Kemper-Azubis sind gut, wirklich gut!

Wie bedeutend die Fleischwarenfabrik für die Region ist, erläutert Geschäftsführerin Angelika Kühnl den Samtgemeindebürgermeistern Reinhard Scholz und Michael Lübbersmann, Jurymitgliedern und Vertretern der Projektgruppe Unternehmertag. Die Produktion verdoppelt sich etwa alle zehn Jahre auf mittlerweile fast 100.000 Tonnen im Jahr bei 400 Millionen Euro Umsatz. Vier Werke, drei in Nortrup und eines in Cloppenburg, produzieren Fleisch- und Wurstwaren und neuerdings auch fertig verpackte Sandwiches. Sie beschäftigen 1.270 Mitarbeiter, darunter 51 Auszubildende, Kaufleute, spezialisierte Informatiker, Fleischer, Lebensmitteltechniker und Mechatroniker. Das Unternehmen, fuhr Kühnl fort, investiert gerade 70 Millionen Euro in ein neues Werk in Nortrup. 120 Mitarbeiter will Kemper für den Betrieb zusätzlich einstellen. Vier von fünf Azubis würden übernommen, ergänzte Personalchef Marcus Rieger. Das Unternehmen betreibe zwei Lehrwerkstätten mit hoch qualifizierten Ausbildern. Fünf Kemper-Mechatroniker schlossen 2010 ihre Ausbildung mit Bestnoten ab. Das sei so außergewöhnlich, dass es die Jury überzeugt habe, berichtet ihr Vorsitzender Thomas Kohne, Leiter der Berufsbildenden Schulen in Bersenbrück. In der penibel sauberen und aufgeräumten Lehrwerkstatt der Mechatroniker im Komplex der Rohwurstfabrik „Kleine Heide“ erläutern Systemadministrator Jens Flessner und Ausbildungsmeister Mario Struckmann, wie solche Ergebnisse zustande kommen. Ein Jahr lang werden die Lehrlinge gründlich in Metallverarbeitung und Regeltechnik geschult. „Danach sind sie so gut, dass man sie überall einsetzen kann“, sagt Flessner. Wenn die Lehrlinge nämlich die Grundlagen sozusagen aus dem Effeff beherrschen, wird die Ausbildung immer praxisnäher, bis hin zur Simulation von Stress, der entsteht, wenn in der Produktion unter Zeitdruck eine Maschine wieder zum Laufen zu bringen ist, schmunzelt Struckmann. Die Aufgaben für die Auszubildenden werden immer anspruchsvoller. In Projekten geht es zum Schluss um tatsächliche Anforderungen aus dem Unternehmen. Dann bauen die Auszubildenden zum Beispiel Verpackungsmaschinen, die Wellpappe in Kartons einlegen. Rüdiger Bischalski stellte so eine Maschine vor. Außerdem rüsten sie wichtige Komponenten der Haustechnik auf neue Regeltechniken um. Sogar ein kleines Konstruktionsbüro steht den Mechatronikern zur Verfügung. Für die Firma rechnet sich der Aufwand, betonen Flessner und Struckmann. Ersatzteile lassen sich günstiger und schneller beschaffen. Die Mechatroniker könnten sogar Konstruktionsschwächen am Original ausbügeln.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt vom 30. August 2011

 

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